Logo-allein
Text-allein
Ausflug 2008

Auf den Spuren Goethes und Luthers -
Ein ganz besonderer Ausflug der Eintracht

Am 3.Oktober ging die Fahrt am frühen Morgen nach Thüringen, wo nach dem Zimmerbezug in einem modernen Hotel in Gotha, alsbald auch eine geführte Stadtbesichtigung auf dem Programm stand. Die insbesondere durch eine Versicherung bekannte Stadt befand sich früher in der Rivalität zu Weimar, entwickelte sich aber entgegen der künstlerischen Geschichte Weimars hin zur Naturwissenschaft.

Auch war die Stadt zu früheren Zeiten ein Zentrum des deutschen Verlagswesens, welches inzwischen überwiegend an den Klett-Verlag in Stuttgart übergegangen ist. Vom zweiten Weltkrieg weitgehend verschont, zeugen viele nach der Wende restaurierte Bauten, u.a. das Schloss Friedenstein, von der früheren Blüte der Stadt.

Stadtführung in Gotha

Der zweite Ausflugstag führte die Ausflügler nach Weimar, der viertgrößten Stadt Thüringens. Sie wird unter Insidern auch als Musik- und Literaturhauptstadt Deutschlands bezeichnet. Im übrigen wurde hier im Jahr 1919 die erste Republik auf deutschem Boden, die Weimarer Republik, gegründet. Neben einer Universität beherbergt die Stadt auch eine Hochschule für Musik und die bekannte Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Stadtführung in Weimar

Bereits während deren und ihres Sohnes Regentschaft Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts spielte die Stadt eine wichtige Rolle als Ort der Weimarer Klassik. Durch die Anwesenheit Goethes, Herders, Schillers und Wielands sowie anderer wichtiger Persönlichkeiten wurde dies eindrücklich belegt.
Deren Denkmale zeugen neben vielen Bauwerken von der früheren Bedeutung der Stadt bezüglich Literatur, Musik bis hin zur Malkunst. So waren z.B. Mitte des 19. Jahrhunderts auch Franz 

Liszt und Richard Wagner in Weimar tätig, wobei Wagners Lohengrin in Weimar uraufge- führt wurde.

Erfurt, die heutige Landeshaupt- stadt des Freistaats Thüringen, war die dritte große Station des Jahres- ausflugs. Mit einer historischen Straßenbahn und später auch zu Fuß wurde am Nachmittag diese Stadt erkundet. Beeindruckend waren der mittelalterliche Stadtkern, die Patrizierhäuser, die Fachwerk- bauten, die ca. 120 m lange, überbaute Krämerbrücke und das überragende Ensemble des Mariendoms mit der Severikirche.

Die Krämerbrücke in Erfurt

Mariendom und Severikirche in Erfurt

Einer der bekanntesten Absolventen der Universität Erfurts war Martin Luther, der dort von 1501 bis 1505 studierte und seinen Magister der philosophischen Fakultät erhielt. Dessen Wirken im Zeitraum vor, während und nach der Reformation wurde kompetent durch einen Geistlichen im Mariendom vermittelt. Welche geschichtliche Bedeutung Erfurt im Mittelalter bis hin zur Neuzeit hatte, konnte wegen der beschränkten Zeit nur angerissen werden. Napoleon nutzte z.B. seine Anwesenheit beim Erfurter Fürstenkongress, um u.a. Goethe kennen zu lernen, der zu dieser Zeit Staatsminister in Weimar war.

Am Abend gab es bei einem gemütlichen Glas Wein, Bier oder Saft noch die Gelegenheit, den Tag ausklingen zu lassen . . .

. . . und wer Lust auf einen kleinen Abendspaziergang hatte, konnt im nächtlichen Gotha so einiges erleben!

Die Wartburg war ein Ziel des dritten Ausflugstags. Wie kaum eine andere Burg Deutschlands ist die Wartburg mit der Geschichte Deutschlands verbunden. Anfang des 13. Jahrhunderts lebte die später heilig gesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als "Junker Jörg" hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel in nur 11 Wochen aus einem griechischen Exemplar ins Deutsche.

Sein Schreibstil war eine kräftige, bilderreiche, volkstümliche und allgemein verständliche Ausdrucksweise. Sein Schreibstil wirkte stil- und sprachbildend für Jahrhunderte und wurde Grundlage für das gemeinsame "Hochdeutsch". Seit 1999 ist die Wartburg Weltkulturerbe und erhielt damit eine herausragende Würdigung entsprechend ihrer Bedeutung für die deutsche Geschichte.

Eisenach, die letzte Station des Jahresausflugs, erlangte seine Bekanntheit durch die über der Stadt gelegene Wartburg. Dass Johann Sebastian Bach 1685 in Eisenach geboren und in der dortigen Georgenkirche getauft wurde, verhalf der thüringischen Stadt zu weiterer Bekanntheit. Nach einer wechselvollen Geschichte bis nach dem Dreißigjährigen Krieg begann im 19. Jahrhundert eine gute wirtschaftliche, bauliche und kulturelle Entwicklung. Eisenach gelangte sogar, aufgrund seiner günstigen Lage an bedeutenden Verkehrswegen, zu einer gewissen industriellen Bedeutung.

Besonders die Konstruktion und der Bau von PKW ab 1898 u.a. vom Dixi über BMW bis hin zum Wartburg in DDR-Zeiten und der heutigen Fertigung des Opel Corsa bescherten der Stadt Arbeitsplätze und damit eine wirtschaftliche Perspektive.

Alle besuchten Städte und die Wartburg hatten in ihrer Geschichte eine enorme Bedeutung für das heutige Deutschland. Eigentlich war die Zeit viel zu knapp um noch mehr Informationen aufzunehmen. Die meisten Ausflugsteilnehmer erhielten bei den kompetenten Stadtführungen Anregungen für einen weiteren Besuch in Thüringen. Herzlichen Dank an unsere Sängerin Waltraud Nowak, die mit dem Busunternehmen diesen tollen Ausflug vorbereitet und begleitet hat.
Herzlichen Dank an Gerhard Maier für den auführlichen und begeisterten Bericht und die Bilder.

> zurück zum Archiv 2008